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Recruiting-Ratgeber · 6 Minuten Lesezeit
Bewerbermanagement-Software auswählen: Checkliste für KMU
In diesem Leitfaden
1. Den eigenen Ablauf vor dem Produktvergleich klären
Eine Bewerbermanagement-Software, oft auch ATS (Applicant Tracking System) genannt, soll euren Ablauf unterstützen, nicht ersetzen. Schreibt vor dem ersten Anbietergespräch auf, wie Bewerbungen heute eingehen, wer sie sichtet, wo Rückfragen hängen bleiben und wie Entscheidungen festgehalten werden. Aus diesen Stellen ergeben sich eure wichtigsten Anforderungen.
Zählt außerdem grob, wie viele Stellen ihr pro Jahr besetzt, wie viele Bewerbungen pro Stelle eingehen und wie viele Personen beteiligt sind. Diese drei Zahlen entscheiden, welcher Tarif passt und ob sich Funktionen für hohe Volumen überhaupt lohnen.
2. Funktionen nach Muss und Kann sortieren
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen gehören dazu: eine Karriereseite mit Bewerbungsformular ohne Konto, eine Übersicht aller Bewerbungen pro Stelle, Notizen und Rollen für das Team, Nachrichten an Bewerbende sowie eine einfache Interviewplanung. Wichtig ist, dass Unterlagen, Kommunikation und Entscheidungen an derselben Bewerbung hängen.
Zusatzfunktionen wie KI-gestützte Lebenslaufanalyse, Google for Jobs, Multiposting oder Auswertungen können viel Zeit sparen. Prüft bei der KI genau, was sie tut: Zeigt sie Belege aus dem Lebenslauf, oder vergibt sie nur einen Punktwert? Entscheidungen über Menschen sollten nachvollziehbar bleiben.
3. Datenschutz und KI-Regeln prüfen
Bewerberdaten sind personenbezogene Daten. Fragt nach einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, nach den eingesetzten Dienstleistern, nach Löschfristen und danach, wie ihr Auskunfts- und Löschanfragen erfüllen könnt. Ein Export eurer Daten sollte jederzeit möglich sein.
Wenn die Software KI bei der Auswahl einsetzt, gilt zusätzlich die EU-KI-Verordnung. Solche Systeme gelten dort als Hochrisiko-Anwendungen. Achtet darauf, dass Menschen die Entscheidung treffen, dass Ergebnisse erklärbar sind und dass der Anbieter offen beschreibt, welche Daten verarbeitet werden. Bindet bei Bedarf früh euren Betriebsrat ein.
4. Kosten über ein ganzes Jahr vergleichen
Vergleicht nicht nur den Monatspreis. Rechnet Einrichtungsgebühren, Preise pro Nutzer oder pro Stelle, Zusatzmodule und Mindestlaufzeiten über zwölf Monate zusammen. Bei KI-Funktionen lohnt der Blick auf das enthaltene Kontingent und darauf, was bei einer Überschreitung passiert.
Ein kostenloser Testzeitraum mit einer echten Stelle zeigt schneller als jede Präsentation, ob die Software zu euch passt. Achtet darauf, dass der Test ohne Kreditkarte startet und nicht automatisch in ein Abo übergeht.
5. Mit einer echten Stelle testen
Veröffentlicht im Test eine reale oder realistische Stelle, bewerbt euch selbst darauf und spielt den Ablauf bis zur Interviewbuchung durch. So seht ihr, wie sich der Prozess für Bewerbende anfühlt und ob euer Team ohne Schulung zurechtkommt.
Reclyra bietet dafür einen 30-tägigen Pilot für 0 € und eine persönliche Demo, in der wir den Ablauf an euren Stellen zeigen. Entscheidet erst, wenn der Ablauf im Alltag funktioniert.
Eure Checkliste
- Stellen pro Jahr, Bewerbungen pro Stelle und Beteiligte sind bekannt.
- Muss- und Kann-Funktionen sind festgelegt.
- AVV, Dienstleister und Löschfristen sind geprüft.
- KI-Ergebnisse sind nachvollziehbar, Entscheidungen bleiben beim Team.
- Kosten sind über zwölf Monate verglichen.
- Eine echte Stelle wurde im Test durchgespielt.